Aufstieg 794HM / Abstieg 993HM / 22,4 Km / 6,5 Std. Gehzeit
Jetzt sind wir richtig in Italien angekommen. Eine lange Etappe mit vielen Eindrücken und italienischem Flair an einem heißen Sommertag steht bevor.
Wir verlassen das Albergo Lago Santo am frühen Morgen durch die Feuerschutztür um die schlafenden Inhaber nicht zu wecken. So früh am Morgen ist die Luft auf 1200 Metern noch frisch und wir geniessen die Kühle auf dem Weg immer dem See entlang. Nun folgen 1,5 Stunden und 500HM beschwerlichen Abstiegs durch eine Art Kuhtrifftweg nach Cembra. Der Weg war durch die starken Regenfälle der Vorwochen aufgeweicht, glitschig und sehr matschig. Schlimmer jedoch waren die Wolken von Schnarken, die über uns herfielen und uns zu einem schnellen Abstieg ohne Halt zwangen.
In Cembra angekommen suchten wir vergeblich nach einem Café und setzten daher unseren Weg der Bundesstraße entlang nach Faver fort. Gegenüber der Kirche im Zentrum fanden wir dann die klassische italienische Frühstücksmöglichkeit in einer kleinen Bar. Frisch gebrühter Expressi und süße Stückchen lockten nicht nur uns, sondern wohl jeden Tag das gesamte Dorf in den Laden zum kurzen Plausch und um eine Süßigkeit oder die Zeitung mitzunehmen. Zudem werden Tabakwaren angeboten, die Post angenommen und der eine oder andere Gast wurde am frühen Vormittag beim ersten Glas Weißwein gesichtet. Wir haben dem Treiben eine gute 1/2 Stunde beigewohnt und dabei besten Kaffee genossen. Im übrigen kostet jeder Café, Expressi oder Latte immer einen Euro, also unbedingt wahrnehmen.
Danach wurde es anstrengend und die Temperaturen stiegen minütlich. Hinter Fadana ging es auf schmalen Betonwegen durch die Weinberge steil hinab zum Talgrund. Wir überquerten den Fluss Avisio und stiegen auf der anderen Seite am Castello di Segonzano vorbei die steile Teerstraße in den kleinen Ort Segonzano wieder hinauf. Die Gegend erinnerte uns an unsere Heimat- und Weinregion an der Bergstrasse. Allerdings entsteht hier der berühmte Tresterbrand, allgemein besser bekannt als Grappa.
inzwischen ist es Mittag und die Temperatur hatte 35 Grad erreicht. Nach einer kurzen Mittagsrast ging auf einer schmalen Teerstrasse und immer in der Sonne hinauf zu den Erdpyramiden von Segonzano. Hinter dem Aussichtspunkt mit Schautafel liefen wir gefühlt stundenlang immer der Teerstraße weiter entlang in Richtung Quaras, einem entlegenen Dorf, das durch Bauarbeiten an der Teerstraße tatsächlich von der Außenwelt abgeschnitten war. Hinter dem Dorf führt ein schmaler Waldweg immer leicht bergan den Wanderer in gut einer Stunde nach Centrale.
Centrale erreichten wir am späten Nachmittag und waren auf eine Busfahrt die Serpentinenstrasse hinauf zum Passo del Redebus eingestellt. Die 8 km auf einer Landstrasse zu laufen macht schlichtweg keinen Spaß und bei 35 Grad in der Sonne schon gar nicht. Also im einzigen Lokal ein Panini und Bier bestellt und ein Taxi gerufen. Nach gut einer Stunde Wartezeit brachte uns das Taxi in 15 Minuten hinauf zum Pass und wir setzten die Wanderung gemütlich bis nach Palai fort.
Palais erreichten wir am frühen Abend und fanden als Unterkunft das Hotel Rosa Alpina. Dort trafen wir dann auf die deutsche Wandergruppe, von der wir in den Vortagen immer mal wieder gehört haben. Den Abend haben wir nach einem einfachen Abendessen auf der Hotel Terrasse bei angenehmen Temperaturen ausklingen lassen.
Wieder eine schöne Etappe bei allerdings zu heißen Temparaturen.
Peter vom extreme five (E5)
