Die Prüfung.
Doppeletappe und weiche Knie.
Anstieg 1.650 Höhenmeter und Abstieg 1.100 Höhenmeter
8.00 Uhr Start Ankunft 19.30 Uhr
Bei optimalen Wetter und Sonnenschein geht es durch ein Waldgebiet stetig nach oben bis man in baumfreies Gebiet gelangt. Danach verläuft der E5 eine Bergflanke entlang, die bereits den Blick auf die Seilbahnstation des Hirzer eröffnet. Von Saltaus im Passeiertal fährt die Seilbahn in 10 Minuten auf den Gipfel und nach weiteren 15 Gehminuten erreichen die Tagestouristen die Hirzer Hütte. Von dort führen kurze Wanderwege zur Hintereggalm und zur Mahdalm. Gerade die Hintereggalm ist idyllisch hergerichtet und könnte die Kulisse für einen Südtiroler Bergfilm hergeben.
Ich benötige im ganzen drei sehr schöne Wanderstunden von der Pfandleralm und erreiche die Hirzer Hütte auf 1983m ,fülle Wasser nach und raste kurz.
Danach geht es auf dem Jägersteig dem Gipfel entgegen, der den Namen Steig verdient hat und benötige anstrengende 2,5 Stunden, um zur Schlüsselstelle für den Aufstieg durch die obere Scharte auf 2.698m zu gelangen. Der Weg dahin führt über steile Geröllfelder die am Hirzer Kar auf 2.600m enden. Ich habe jetzt die Schlüsselstelle für den heutigen Tag erreicht. Laut Reiseführer handelt es sich um einen „schmalen und teilweise ausgesetzten Steig“ der rund 100m zur oberen Scharte führt. Kurz vorher ist ein schmales Schneefeld zu queren und ich lasse erst einmal zwei Tagestouristen durch, die mich schon auf dem Hinweg überholt hatten. Diese wünschten mir viel Glück und Spaß beim Aufstieg mit dem Hinweis, das Sie dies in Ihrem Leben nie wieder machen werden.
Auf der Wanderung hierher hatte ich schon diverse „ausgesetzte Passagen“ gemeistert, diese waren an den steilsten und absturzgefährdeten Stellen allerdings alle seilversichert gewesen. Hier ging es 100m steil nach oben und keine Sicherung weit und breit. Also wurden die Stöcke weggepackt und mitsamt dem Rucksack musste ich mich mit den Händen von Fels zu Fels ziehen und gleichzeitig immer einen sicheren Tritt finden. Ein Ausrutschen hätte fatale, wenn nicht tödliche Folgen haben können. Auf der Scharte oben angekommen hatte ich wirklich „weiche Knie“ und musste erst einmal zwei Zigarettenlängen pausieren.
Knapp die Hälfte des Weges lag jetzt noch vor mir. Der Abstieg über Geröllfelder führt zu zwei Seen an denen Haflinger Pferde anzutreffen waren. Vom dort führt der Weg in leichtem Auf und Ab in Richtung des Kratzberger Sees. Der See liegt wunderschön einbettet und ist ein optimaler Rastplatz. Langsam schwinden die Kräfte und nach einer weiteren Strecke einer Bergflanke entlang möchte man eigentlich die Meraner Hütte zumindest sehen oder erkennen. Aber auch dieser Wunsch erfüllt sich erst nach der Bewältigung von weiteren drei Bergflanken. Und um noch eins draufzusetzen werden die letzten 20 Minuten zur Meraner Hütte auf spitzen Steinstufen zurückgelegt.
Vor der Meraner Hütte liegt die Kirchsteiger Alm, die ich als Quartier der Meraner Hütte mit dem obligatorischen Betten- oder Matrazenlager vorziehe. Ich bin der einzige Gast an diesem Abend und erhalte noch ein Wiener Schnitzel zusammen mit den Kindern der Pächterin. Die meisten E5 Wanderer übernachten auf der Meraner Hütte und ich verabschiede mich dort noch von Anke, Harald und Karl-Friedrich, da der morgige Wandertag mein letzter auf dieser Reise sein soll.
Diesmal ging es sehr früh ins Bett, da der letzte Wandertag um 5.30 Uhr beginnen sollte und der Zug zurück in Bozen um 14.34 Uhr startet.
Peter vom extreme five (E5)





















