Die sechste Etappe steht an und für mich mit ein Grund, warum ich den E5 Fernwanderweg in extreme five umgetauft habe.
Nach der körperlich anstrengenden Doppeletappe vom Vortag geht es wieder zur Sache. Heute geht es über das Timmelsjoch Richtung Passeiertal nach Moos in Italien.
1.100 Höhenmeter Anstieg und 1.600 Höhenmeter Abstieg und mindestens 7 Stunden reine Gehzeit. Die Beine sind noch müde vom Vortag, die Füße schmerzen und die Muskeln sind verhärtet.
Der E5 verläuft heute teilweise an der Timmelsjoch Passstrasse entlang, die Gesamtetappe ist aber trotzdem landschaftlich reizvoll und abwechslungsreich.
Um 8.00 Uhr mache ich mich auf den Weg und schon nach 10 Minuten kommt mir Anke und Harald entgegen. Ankes Knie macht nicht mit und beide fahren mit dem Bus aufs Timmelsjoch und wollen es von oben nochmals probieren. Karl-Friedrich ist bereits unterwegs und wir treffen uns 1 Stunde später auf einer Lichtung um Sonnencreme aufzutragen. Der Tag bleibt sonnig und warm und selbst auf dem Timmelsjoch auf 2.509m ist ein T-Shirt ausreichend. Und das kommt dort oben selten vor.
Kurz nach 11 Uhr erreiche ich die Timmelsjoch Hütte und treffe Anke und Harald wieder. Es werden die obligatorischen Fotos auf den zwei übergroßen Stühlen gemacht, einer steht auf der Seite in Österreich und der andere in Italien. Kurz dahinter beginnt der Abstieg und mein linkes Knie fängt an zu schmerzen. So werden die nächsten 2,5 Stunden zur Qual und jeder Schritt muss überlegt werden, um das Knie nicht zusätzlich zu belasten. An der Timmelsjoch Brücke angekommen liegt der steilste Teil des Abstiegs hinter mir und eine Pause in sehr schöner Umgebung ist mir sehr willkommen.
Inzwischen ist es 14.30 Uhr und jetzt beginnt der stetige Abstieg von rund 1.900m bis auf 1.017m nach Moos hinunter. Der Weg verläuft jetzt zwischen Wiesen und Bauernhöfen und durch Waldgebiete hindurch. Die Schmerzen bleiben, aber man gewöhnt sich daran. Gegen 17.00 erreiche ich das schöne Örtchen Rabenstein und überlege ernsthaft hier abzubrechen und im Gasthaus Rabenstein einzuchecken. Die nächsten 1,5 Stunden bis Moos verlaufen dann der schmalen geteerten Landstrasse entlang. Ich entschliesse mich weiterzulaufen, um nicht am nächsten Tag die Strecke zusätzlich zurücklegen zu müssen.
Um 19 Uhr komme ich in Moos an und finde sofort ein Zimmer im gemütlichen Gasthof Lahntaler. Nach einer erfrischenden Dusche genieße ich auf der Terrasse ein hervorragendes Südtiroler Tris. Das deftige Südtiroler Essen besteht aus 3 Sorten Knödel oder Knödel und Nocken, abgeschmälzt mit brauner Butter und mit Parmesankäse bestreut. Einfach nur gut und die perfekte Vorbereitung für den morgigen Tag. Ich fühle mich heute irgendwie „angekommen“ auf meiner Tour.
Peter vom extreme five (E5)















