Heute haben wir eine Regenetappe vor uns mit einigen heiteren Abschnitten!
Man geht nach dem Frühstück mit seinen trockenen Sachen in den Trockenraum, entledigt sich dieser wieder und zieht die vom Vortag noch nicht einmal angetrockneten nasskalten Klamotten wieder an. Die Trockenanlagen der Hütten reichen einfach nicht für die Menge der Kleidungsstücke aus.
Die nassen Sachen in den Rucksack stecken bringt schliesslich auch nichts, denn dann sind am Ende des Tages alle Sachen nass. Schon beim Verlassen der Hütte schüttet es aus Eimern und wir machen uns trotzdem auf den kurzen Anstieg auf das Mädlejoch, das wir nach einer knappen 1/2 Stunde erreichen. Der Anstieg reicht aus, um ins Schwitzen zu kommen und die Kleidung wieder auf „Betriebstemperatur“ zu bringen.
Kurz danach befinden wir uns schon in Österreich und setzen unseren Weg hinab nach Holzgau fort. Unterwegs kommen wir am Simms-Wasserfall vorbei, der die relative Luftfeuchte nochmals deutlich verstärkt. Den Umweg über die lange Hängebrücke sparen wir uns bei dem Wetter.
In Holzgau angekommen gilt es eine Grundsatzentscheidung zu treffen. Bis zum Anfang des Aufstiegs zur Memminger Hütte gilt es 19 Km auf Asphalt oder Fahrwegen zu überbrücken. Die meisten Wanderer wählen das Taxiunternehmen Feuerstein als Transportmittel und beginnen 30 Minuten später den Aufstieg. Wer die Philosophie vertritt, komplett zu Fuß nach Italien zu laufen, muss den Weg eben erwandern und zusätzliche 3,5 Stunden Aufwand in Kauf nehmen.
Bernd vertrat diese Ansicht und machte sich nach kurzer Pause auf den Weg. Alex und ich warteten auf eine Mitfahrgelegenheit mit Taxi Feuerstein und genehmigten uns eine kleine Pause und Stärkung im Gasthof Bären. Das Taxiunternehmen Feuerstein hat übrigens ein Monopol für die Tour bis zur Materialseilbahn zur Memminger Hütte und lässt sich die Fahrt fürstlich entlohnen. Eine Tour kostet pro Person € 15,00 bei Vollbelegung mit 8 Personen!
An der Materialseilbahn angekommen starten wir den Aufstieg, der im Normalfall 2 Stunden dauern soll. Wir hatten allerdings erschwerte Bedingungen an diesem Tag und benötigten beinahe 3,5 Stunden für den Aufstieg. Der Weg war entweder ein halber Fluss, indem uns die Wassermassen entgegenkamen oder er verwandelte sich in eine Schlammlandschaft in der die Wanderstöcke sich festsaugten. Das ganze wurde auf die Dauer kräftezehrend und wir waren letztendlich froh gegen 17 Uhr die Hütte erreicht zu haben. Bernd folgte mit dem zusätzlichen Marsch in den Beinen um 19 Uhr nach.
Die Memminger Hütte macht insgesamt einen etwas urigeren Eindruck und wir wurden gut verpflegt. Alex wich freiwillig ins Notlager aus, in der Hoffnung mehr Schlaf als andere zu finden. Die Folgeetappe nach Zams wurde schliesslich als anspruchsvoll beschrieben mit einem mehrstündigen Abstieg. Also wurde deftig zu Abend gegessen und sich wieder mit der Hüttenruhe um 22 Uhr abgefunden. Hier trafen wir übrigens Hans und Klaus zum ersten Mal. Ich meine mich dunkel auch an ein paar Bier erinnern zu können.
Link Memminger-Hütte: http://memminger-huette.at/wordpress/unterkunft/
Peter vom extreme five (E5)











