Es geht los!
Vor Wochen habe ich begonnen mich mit dem Thema Alpenüberquerung zu beschäftigen, durch Webseiten zu stöbern und Blogs zu studieren. Was brauche ich als Ausrüstung; Zusammenstellen und Beschaffen der Utensilien und festlegen des Reisezeitraumes.
Gerade die ersten vier Tage benötigen eine gute Planung, da der Routenverlauf aufgrund der Übernachtungsmöglichkeiten und der persönlichen Leistungsfähigkeit relativ festgelegt ist.
So müssen die Kemptner-,Memminger-, und am 4.Tag die Braunschweiger Hütte frei sein. Da gerade in der Feriensaison und vor allem an den Wochenenden durch die Bergschulen viel Betrieb herrscht, gilt es im voraus zu reservieren. Dies klappt in der Regel relativ gut und funktioniert am besten über die Webseiten der Hütten und deren Buchungsportale. Empfehlenswert ist ein Start am Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag.
Bei den DAV Hütten handelt es sich um sogenannte Nothütten, die Wanderer auf jeden Fall aufnehmen müssen.Bei Überbelegung werden Notlager im Speiseraum oder Nebenräumen eingerichtet. Private Hütten sollten angerufen oder fest im voraus gebucht werden, da Abweisungen hier erlaubt sind.
Gestartet bin ich um 6.30 Uhr mit der Bahn in Heppenheim und mit Verspätung dann um 12.30 Uhr in Oberstdorf angekommen. Der Aufstieg zur Hütte beginnt in Spielmannsau, ca. 10 Km von Oberstdorf entfernt. Wahlweise kann ein „Bergsteigerbus“ (ab Busbahnhof), ein Taxi oder eine Pferdekutsche als überbrückendes Transportmittel gewählt werden.
Mit Alex und Bernd, die ich aufgrund der Bahnverspätung kennenlernen durfte, beschlossen wir zum Einlaufen diesen Teilbereich zu Fuß zurückzulegen. Deswegen waren wir ja schliesslich hier und haben gemütliche 1,5 Stunden für die Strecke benötigt. Der Weg verläuft zum Großteil auf geteerten Wegen, ist aber landschaftlich trotzdem reizvoll. Ab Spielmannsau begann dann eine Regenperiode, die bis zum Ende des dritten Tages anhalten sollte. Der Aufstieg selbst dauerte rund 3 Stunden und führt durch eine abwechslungsreiche Flora und Fauna und bekam aufgrund des verdampfenden Regens einen tropischen und saunaähnlichen Karakter. Immer auf schmalen Pfaden und Bächen entlang steigt man nach oben, bis die Baumgrenze überschritten wird und die Kemptner Hütte im Nebeldunst zu erkennen ist.
Auf der Hütte angekommen gilt es seine Wanderstiefel im vorgesehenen Schuhlager abzulegen,
dann den Trockenraum aufzusuchen und seine nassen Sachen aufzuhängen und trockene überzuziehen. Danach geht es in die Gaststube zum Wirt, der das Bettenlager oder das Matrazenlager zuteilt. Gezahlt wird auf den Hütten immer in bar. Manche rechnen im voraus ab, manche im Nachhinein. DAV Mitglieder zahlen in der Regel die Hälfte für die Übernachtung.
Wer jetzt Hüttenromantik erwartet und Kaminfeuer mit Kerzenschein, wird eher enttäuscht zurückkehren. Die Hütten sind zweckmäßig eingerichtet, mit einer geringen Anzahl von Bettenlagern (in der Regel 4-8 Betten in einem Raum), dafür aber mit einer großen Anzahl von Matrazenlagern. Die Kemptner Hütte gehört zu den großen Hütten im Alpenraum und hat eine Kapazität von 190 Lager- und 100 Bettenplätzen. Bei meiner Übernachtung am ersten Tag auf der Kemptner Hütte schliefen 36 Leute in einem Raum im Matrazenlager, der allerdings großzügig bemessen war. Um 22 Uhr ist auf den Hütten schlafen angezeigt und alles hat in den Betten in den eigens mitgebrachten Hüttenrucksäcken (Pflicht aus Hygienegründen) zu sein. Hier versucht dann jeder etwas Schlaf zu finden, was trotz Oropacks und nach Gewöhnung an eine fremdartige Geruchs- und Geräuschumgebung nicht immer gelingen wird. Egal, man ist ja in den Bergen und dort wird früh geschlafen und ebenfalls früh aufgestanden. Um sechs Uhr schrillen die ersten Wecker und die Reisegruppe nebenan, bestehend aus sechs Mädels, beginnt geräuschvoll und mit Stirnlampen bewaffnet Ihre Rucksäcke zu befüllen. Mit Alex und Bernd war abgestimmt, das wir etwas länger ausschlafen und dann gemütlich in den zweiten Abschnitt starten. Zumindest das mit dem Ausschlafen hatte sich dann um 6.03 erledigt. Wir haben uns dann gegen 7 Uhr aus den Schlafsäcken gequält, haben gefrühstückt und sind um 8 Uhr aufgebrochen. Die sechs Frauen allerdings auch.
Etappe 2 wurde dann etwas anstrengender und anspruchsvoller.
Link zur Kemptner Hütte: http://www.kemptner-huette.de
Peter vom extreme five (E5)





