Alpenüberquerung 2019 München-Venedig / Die ersten 5 Tage bis Vorderriß

Nachdem wir 2014 bis 2017 die Alpenüberquerung auf dem E5 von Oberstdorf bis Verona bewältigt haben, trauten wir uns nun an die historische Wanderung von München nach Venedig.

Orientiert haben wir uns wieder am Tourenverlauf des Rother Wanderführers. Unser Ziel für dieses Jahr war es Hall in Tirol in 8 Wandertagen zu erreichen. Die Rucksäcke hatten wir auf 8,5 und 9,5 kg Packgewicht ohne Wasservorräte gebracht. Auch wenn das Wetter zum Start uns Temperaturen über 30 Grad bescherte, mußten alle Vorkehrungen für Regenwetter oder Wetterumschwünge in den Bergen bedacht werden. Die Tour habe wir erstmals mit der komoot App aufgezeichnet und mit Bildern versehen. Wenn Ihr Lust habt klickt einfach auf den Link hinter den Etappen und schaut euch Verlauf, Höhenprofil und Strecke genau an.

1.Tag München – Kloster Schäftlarn http://www.komoot.de/tour/81515720. Wie im Rother Wanderführer beschrieben geht es „ raus aus der Stadt“. Um 9 Uhr starteten wir am Marienplatz und ließen uns von der Sprachsteuerung der App führen. Dies klappte ganz gut und war sehr hilfreich, da der eigentliche Weg nicht gekennzeichnet war. Wir erreichten recht schnell die Isar und diese wurde für drei Tage unser ständiger Begleiter. Im Grunde liefen wir mehr oder weniger parallel dem Isar Radweg entlang. Immer wieder führten Abzweige durch den Wald oder auf schmalen Pfaden direkt an der Isar entlang. Aufgrund des tropisch warmen und feuchten Wetters waren einige Wege stellenweise zugewuchert und Stechmücken waren eine permanente Plage. Um die Mittagszeit bei gefühlten 35 Grad mußten wir aufgrund eines Ufer Abruches einen Umweg hinauf zur Nördliche Münchner Straße nehmen. Ein Glücksfall und gleichzeitig unsere Empfehlung für eine Rast im nahegelegenen Biergarten der „Grünwalder Einkehr“ https://www.gruenwalder-einkehr.de. Gestärkt ging es weiter der Isar entlang zu unserem Tagesziel dem Kloster Schäftlarn. Das Kloster verfügt über einfache Zimmer mit Dusche. Der eigene Biergarten bietet allerdings beste bayrische Verpflegung https://klosterbraeustueberl-schaeftlarn.de.

2.Tag Kloster Schäftlarn – Geretsried http://www.komoot.de/tour/81554181. 19 km Weg ohne große Höhepunkte lagen vor uns. Zuerst ging es malerisch auf dem Damm entlang, an der Fischzucht der Aumühle entlang und immer wieder abzweigend vom Isar Radweg durch dichtes Gestrüpp. Stellenweise gab es kein Durchkommen mehr und die vielen Stechmücken zwangen uns dem asphaltierten Radweg zu folgen. Zur Mittagszeit waren die 30 Grad schnell überschritten und wir legten eine Mittagspause bei den Floßbauern hinter Wolfratsausen ein. Auf der Strecke gibt es so gut wie keine Möglichkeit zur Einkehr und wie erreichten daher schon am frühen Nachmittag Geretsried und suchten das erste Eiscafe für Erfrischungen auf. 2km später erreichten wir unsere Unterkunft, den Gasthof Geiger. Einfache Zimmer mit Etagendusche und Toilette sind uns keine Empfehlung wert. Aber auch hier gibt der Biergarten gute Speisen und Getränke her.

3.Tag Geretsried – Bad Tölz http://www.komoot.de/tour/81804433. Eine 21 km lange Etappe lag vor uns. Da wir keine direkte Einkehrmöglichkeit hatten, nahmen wir etwas Verpflegung mit und gingen früh los. Der Weg war heute abwechslungsreicher, führte durch schöne Waldgebiete und die ersten einfachen Höhenmeter waren als kleiner Vorgeschmack zu bewältigen. Für die nächsten Tage waren Gewitter angekündigt und erste Wolken zogen auf. Am späten Nachmittag erreichten wir den Isarstausee und wenige Minuten später die erste Einkehrmöglichkeit kurz vor Bad Tölz. Da es bereits donnerte rasteten wir hier und wenige Minuten brach dann tatsächlich ein Unwetter los. Wir erlebten den Wolkenbruch im Trockenen und erreichten unsere Unterkunft, das Posthotel und Gasthaus Kolberbräu https://www.kolberbraeu.de/de in der Stadtmitte von Bad Tölz. Den Abend verbrachten wir gemütlich im Gasthaus bei hervorragenden Speisen und mit unserer Vorfreude auf die morgige Bergetappe.

4. Tag Bad Tölz – Tutzinger Hütte http://www.komoot.de/tour/82235060. Eine lange und anstrengende Etappe lag vor uns. Wir verzichteten auf das Frühstück und ließen uns Lunchpakete für eine Rast zwischendurch mitgeben. Wir folgten der Route der komoot app immer auf schönen Waldwegen entlang. Schliesslich erhärtete sich unser Verdacht, dass die vorgeschlagene Route direkt auf den Brauneck führt und nicht zu der von uns favorisierten Variante über die Brauneck Bahn. Wir entschlossen uns den Umweg von gut einer Stunde in Kauf zu nehmen und aufgrund der unbeständigen Wettervorhersagen die Bergbahn zunehmen. Diese erreichten wir dann gegen 12 Uhr Mittags, immer noch ohne Regen. Aber der Umweg hatte auch Kraft gekostet. Auf dem Brauneck oben dann ein ganz anderes Bild. Wir standen plötzlich im Nebel mit geringer Sicht und hatten nur noch 13 Grad Temperatur. Nach einer Stärkung im Brauneck Gipfelhaus machten wir uns auf den langen Weg zur Tutzinger Hütte http://www.dav-tutzinger-huette.de/. Nach 30 Minuten begann es zu nieseln, nach einer Stunde prasselte der Regen auf uns nieder. Der Weg wurde beschwerlich, jeder Schritt auf dem glitschigen Untergrund mußte überlegt gesetzt werden. Erst gegen 17 Uhr erreichten wir völlig durchnäßt die Hütte und konnten nach einer warmen Dusche unser Lager beziehen. Mit einigen Hüttenbekanntschaften „knifelten“ wir den Abend zu Ende und die ganze Nacht schüttete es weiter in Strömen.

5.Tag Tutzinger Hütte – Vorderriß http://www.komoot.de/tour/82236404. Am Morgen erwartete uns wieder strömender Regen. Wir entschieden uns trotzdem früh loszulaufen, da wieder eine lange Tagesetappe vor uns lag. Der anstrengende Vortag hing uns noch in den Knochen. Hinzu kam die Wanderung in den gleichen nassen Klamotten und triefend nassen Schuhen fortzusetzen. Der erste 40 minütige Aufstieg war problemlos zu meistern. Danach begann der Abstieg in Richtung Jachenau auf rund 720 Höhenmeter. Aufgrund der Regenfälle war der Hauptweg an vielen Stellen überschwemmt und nicht mehr begehbar. Wir folgten also dem Fahrweg nach Jachenau was einen hohen Mehraufwand und Belastung bedeutete. In Jachenau endlich angekommen hatte auch der Regen endlich aufgehört. Nach einer Pause im Bistro beschlossen wir noch Vorderriß zu erreichen. Nach einem steilen Aufstieg entschlossen wir uns wieder den Fahrweg zu gehen. Nach 2,5 Stunden erreichten wir den Abstieg nach Vorderriß, der uns nochmals alle Kräfte abverlangte. Gegen 17.30 Uhr erreichten wir dann erschöpft unsere Unterkunft den Gasthof Post. Wir entschlossen uns die Tour hier abzubrechen. Mit Blasen und müden Beiden machte es keinen Sinn die folgenden langen Etappen anzugehen. Trotzdem sammelten wir in den fünf Tagen eine Ummenge an Eindrücken, lernten unheimlich nette Mitwanderer kennen und möchten die Erfahrungen nicht missen. Vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung. Bis Venedig liegt noch viel Weg vor uns.

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