Namibia Dessert Tour Tag 9

Die erste Nacht in der Mokuti Lodge am Rande des Etosha Nationalparks wurde nur unterbrochen durch das Getrappel der Warzenschweine und Gnus, die an unserer Villa vorbei streiften. Am Vormittag hatten wir eine Pirschfahrt gebucht und fuhren streckenweise die gleichen Wasserlöcher und Wege des Vortags ab. Elefanten oder gar Löwen sollten wir nicht zu Gesicht bekommen. Ansonsten offenbarte sich aber der gesamte Tierreichtum und unsere Guides vertieften unser Wissen über dieses einzigartige Schutzgebiet. Leider gab es von einigen mitgereisten Touristen Missgunstbezeugungen, da sich die „big five“ nicht innerhalb der zwei Stunden Tour am Wegesrand aufreihten.

Auch wir hatten noch nicht genug gesehen und fuhren mit dem eigenen Fahrzeug am Nachmittag erneut in den Park. Der Nordteil war unser Ziel und wir nahmen jede befahrbare Nebenstrecke unter die Räder. Und siehe da, nach gut einer Stunde lief uns in einer Senke eine Elefantenherde entgegen. Wir stellten den Motor ab und filmten die einzelnen Gruppen mit Ihren noch kleinen Babyelefanten. Direkt vor uns wälzte sich der Anführer in einem Schlammloch und bemerkte uns doch noch. Während der stattliche Riese sich uns langsam näherte ging die Hand automatisch zum Zündschlüssel und der Fuß zum Gaspedal. Vielleicht zwanzig Meter vor unserem Fahrzeug drehte das Tier doch noch ab und lief seiner Herde hinterher. Wir wurden wohl als ungefährlich eingestuft. Zu den „big five“ fehlte uns immer noch die Sichtung von Löwen. Wir blieben weiter auf Pirschfahrt im Park und mussten am späten Nachmittag doch ohne Erfolg die Rückfahrt zur Lodge antreten. Um 18.00 Uhr muss jeder Tagesbesucher den Park verlassen haben, sonst kann es teuer werden, wenn nachts gesucht werden muss.

Der letzte Abend in der Mokuti Lodge hielt für uns ein Grill Barbecue bereit und wir lauschten den Tiergeräuschen am Lagerfeuer bis spät in die Nacht. Der nächste Tag wird uns dann zurück Richtung Windhoek führen, verbunden mit einer letzten Übernachtung am Waterberg Plateau.

Namibia Dessert Tour Tag 10 (coming soon)

Namibia Dessert Tour Tag 8

Nach einem reichlichem Frühstück verließen wir am frühen Morgen die Vingerklip Lodge. Die Paviane schauten uns gänzlich uninteressiert beim Öffnen und Schließen des Haupttores zu. Nach kurzer Fahrt auf einem Pad geht es unspektakulär über die C35 über Outjo immer in Richtung Anderson Gate, dem östlichen Zugang zum Etosha Nationalpark.

Die Erwartungen stiegen mit jedem Kilometer, sollte doch die Tierwelt von Etosha das Highlight unserer Reise werden. Gegen 10 Uhr erreichten wir das Gate, tankten den Wagen nochmals voll, bezahlten das Permitt und entschlossen uns den Umweg über das Wasserloch Okaukuejo hin zum Märchenwald zu nehmen, bevor wir uns an die Querung des Parks machten. Bereits nach 10 Minuten konnten wir begeistert die ersten Elefanten sichten. Am Wasserloch dann die erste Enttäuschung, da schlichtweg keine Tiere anwesend waren. Nach ca. 1 Std. langweiliger Fahrt durch eine eintönige Landschaft erreichten wir den sogenannten Märchenwald. Im Nachhinein können wir die Fahrt dorthin nur Baumliebhabern empfehlen. Den gleichen Weg ging es dann genauso öd und ohne Tiersichtungen 1 Std. bis zum Anderson Gate zurück.

Nach einer kurzen Mittagspause fuhren wir die einzelnen Wasserlöcher ab, immer in Richtung Lindequist Gate. Schon nach kurzer Zeit begegneten uns viele Antilopen, Giraffen und die obligatorischen Warzenschweine. Wir waren überwältigt von der Artenvielfalt und auch der Anzahl der Tiere die unseren Weg kreuzten oder beobachtet werden konnten. In der Weite des Etosha Parks verlieren sich die Besucher, sodass selbst an den Wasserlöschern kaum mehr als 3 – 5 Fahrzeuge zeitgleich waren.

Absolut lohnenswert ist ein Abstecher zum Etosha Lookout. Eine schmale Straße führt ca. 1 km direkt in die Etosha Pfanne hinein. Am Wendepunkt bietet sich ein herrlicher Blick in die endlos anmutende Weite der Pfanne. Dies war auch der einzige Ort, andem wir unser Fahrzeug verließen um zu fotografieren. Jedes sich nähernde Tier hätte man kilometerweit im Vorfeld erblicken können.

Am späten Nachmittag verließen wir völlig begeistert den Park durch das Lindequist Gate und erreichten nach wenigen Minuten die komfortable Mokuti Lodge. Die Lodge ist großzügig angelegt und war mir bereits durch einen Besuch 20 Jahre vorher bekannt. Den späten Nachmittag verbrachten wir am Pool und genossen später ein vorzügliches Abendessen mit hervorragenden Weinen im Freien.

Etosha hatte unsere Erwartungen voll erfüllt und wir waren auf den zweiten Tag im Tierparadies gespannt.

Namibia Dessert Tour Tag 9 (coming soon)

Namibia Dessert Tour Tag 7

Heute geht es in Richtung Norden zu unserem Hauptziel, dem Etosha Nationalpark. Diesen erreichen wir nur mit einer zusätzlichen Übernachtung und steuern deshalb die landschaftlich wunderschön gelegene Vingerklip Lodge in „the middle of nowere“ an. Wir wollen diese noch vor Sonnenuntergang erreichen, um unseren Sundowner im „Eagle Nest“ einnehmen zu können. Das Eagle Nest ist ein kleines Restaurant der Vingerklip Lodge und liegt auf einem Hochplateau mit einem herrlichen Rundblick über die Canyon artige Landschaft.

Zuerst fahren wir von Swakopmund aus die Skeleton Coast hoch und erreichen nach rund 1,5 Std. das Cape Cross Seal Reserve. Nach dem Kauf eines Permitts besichtigen wir die berühmte Robenkolonie, die sich schon von weitem mit entsprechenden Gerüchen bemerkbar macht. 


Nach 30 minütigem Fotostop fahren wir die gleiche Strecke bis Henties Bay zurück und nehmen dann die C35 in Richtung Uis. Auf eintöniger Piste geht es immer weiter ins Landesinnere und die Temperaturen erreichen schnell die 40 Grad Marke. Nach UIs steuern wir die „White Lady“ an, eine San-Fels Malerei in der Brandberg Region.
Den Parkplatz erreichen wir gegen Mittag und legen unter schattigen Bäumen eine kleine Rast ein. Danach lösen wir unser Ticket und bekommen für die rund 2-stündige Wanderung einen Guide zur Seite gestellt. Schließlich gibt es hier auch Elephanten und Leoparden. Golin, ein rüstiger älterer Herr bewaffnet mit einer Wasserflasche und einem Wanderstock führt uns schließlich in den Canjon. Da kann ja nichts schiefgehen und Leoparden schlafen natürlich um die Mittagszeit. Nach knapp einer Stunde Gehzeit auf staubigen Wegen und steinigen Pfaden erreichen wir die Felsmalereien. Diese liegen geschützt unter einem Felsüberhang und sind erstaunlich gut erhalten. Die Hitze wird langsam unerträglich und staut sich zudem noch im Canjon. Nach einer Reihe von Fotos mit unserem Guide Colin gehen wir den gleichen Weg wieder zurück. Im Nachhinein hat uns diese Wandertour durch die wild romantische Landschaft und die Geschichten von Colin aus vergangenen Zeiten mit am besten gefallen. 


Wir tanken noch in Khorixas und erreichen am frühen Abend die Vingerklip Lodge (www.vingerklip.co.na). Leider bekommen wir im „Eagle Nest“ keine Platz mehr, können aber den Sundowner auf dem Plateau bei einem kühlen Bier genießen. Der Weg hinauf führt über einen schmalen Pfad, an dessen Ende einen steile Leiter zu erklimmen ist. Bei Dunkelheit kein einfaches Unterfangen, daher begleiten Nachts immer Mitarbeiter der Lodge die Gäste nach unten. Das Abendbuffet nehmen wir im sehr schön gestalteten Haupthaus ein und planen den Folgetag, der uns in den Etosha Park führen wird.


Weiter geht es mit Tag 8 ( coming soon)

E5 Süd Tag 7 von Erbezzo nach Verona

Wir freuten uns bereits auf Verona, packten ein letztes Mal die Rucksäcke und machten uns nach einem ausgiebigen Frühstück im Restaurant des La Stua B&B auf den Weg.   Der Tag begrüßte uns mit sommerlich warmen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein.

Hinter Erbezzo  ging es stetig bergab. Wir folgten kaum befahrenen Fahrwegen und liefen an Bauernhöfen und kleinen Gutshöfen vorbei. Nach ca. 1,5 Stunden erreichten wir über Feld und Wiesenwege die Contrada Portello auf 780 m und konnten kurz danach in der Ferne bereits den Ponte di Veja, einen Natursteinbogen mit 30 m Spannbreite erkennen. Inzwischen wurde es richtig heiß und die Temperatur erreichte bereits am späten Vormittag um die 30 Grad. Wir stiegen weiter ab, querten eine Landstrasse und waren froh in ein Seitental zu wandern, geschützt durch dichtes Blattwerk. Auf schmalen Pfaden stiegen wir an kleinen Wasserfällen entlang zum Ponte di Veja auf und fotografierten den Steinbogen. Danach ging es noch ein kurzes Stück bergauf und wir standen vor der gleichnamigen Trattoria an einem großen Parkplatz. Leider war die Trattoria geschlossen, trotzdem entschlossen wir uns aufgrund der Mittagshitze hier zu rasten.

Danach ging es immer wieder auf einer Landstraße entlang oder über Fahrwege wieder zu dieser zurück. Wir erreichten Giare auf 684m und erkundigten uns nach einer Busverbindung nach Verona. Kurz nach 13 Uhr sollte der einzige Bus an diesem Tag nach Verona fahren. Wir hatten noch Zeit, liefen die Straße weiter bis Schioppo auf 730m und beschlossen hier unsere Alpenüberquerung zu beenden. Nach einer Erfrischung im Restaurant Da Lara stiegen wir um 13.10 Uhr in den Bus nach Verona, das wir um 15.00 erreichten und die letzten Wanderkilometer zu unserem Hotel zurücklegten.

7 Tage vollgepackt mit Eindrücken, imposanten Ausblicken und abwechslungsreichen Wegen lagen nun hinter uns. In den uns noch zur Verfügung stehenden 1,5 Tage erkundeten wir  Verona mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten, Geschäften und Geschichte. Auch Verona selbst ist eine Reise wert und hat uns sehr gut gefallen.

Aber zuerst ging es zum Opernplatz um auf das letzte Teilstück der Alpenüberquerung mit einem Campari Spritz anzustoßen.

Gehzeit 3:30 / 12,73 Km / Aufstieg 293 m / Abstieg 636 m / Busfahrt 2 Stunden

Peter Daunke vom extreme E5

E5 Süd Tag 6 von Giazza nach Erbezzo

Auf den Hund gekommen. Dies könnte das Motto dieses Tages gewesen sein, dazu später mehr. Auf jeden Fall ein typischer Tag auf dem E5. Es geht immer noch einen Tick länger oder anstrengender. Sehr positiv ist, das man es vorher nicht weiß.

Es wird ein langer Wandertag, der Wanderführer empfiehlt entsprechend Wasservorräte und Proviant mitzunehmen. Wir füllen die Wasserschläuche und die Reserveflasche komplett auf, ebenso belegte Brötchen, was das Frühstück eben so hergibt. Es war bereits warm am Morgen als wir durch Giazza liefen und ein malerisches Örtchen vorfanden, das sich durch enge Gassen und Treppen windet. Hätten wir am Vorabend noch erkunden sollen, aber da wollten die Füße nicht mehr.


Dann kamen wir auf den Hund oder besser gesagt der Hund zu uns. Kurz vor dem Verlassen des Dorfes begrüßt uns freudig ein schwer klassifizierbarer Hund, von nun an „Randagio“ genannt, und schließt sich uns an. 


Wir begannen mit dem ersten Aufstieg einen Fahrweg entlang, der sich rund 600 HM durch dichten Wald nach oben schlängelte. Unser Begleiter eilte voraus, verschwand immer wieder im Wald und fand wieder zu uns zurück. Wir dachten das er aufgrund seines Halsbandes jemandem im Dorf gehört und irgendwann wieder den Rückweg antritt. Weit gefehlt, er wich uns den ganzen langen und anstrengenden Weg über 28 Km lang nicht von unserer Seite. Auf jeden Fall wurde es lustig und kurzweilig mit dem Vierbeiner zwischen unseren Wanderstöcken. In der Mitte des schweißtreibenden Aufstiegs wälzte Randagio sich ausgiebig in Exkrementen anderen Waldbewohnern und beglückte uns je nach Windrichtigung mit sehr unangenehmen Gerüchen. Dies hielt sich über Stunden, kein Wunder, denn es tropfte Randagio sinnbildlich aus  den Ohren.


Auf einer Hochebene angekommen pausierten wir auf einer Wiese  und hatten alle Hände voll zu tun Randagio geruchsbedingt auf Abstand zu halten. Der Weg wurde offener, führte zu einer Teerstraße und an Bauerhöfen vorbei. Wir kreuzten eine Landstraße und fanden die Wegweiser nicht. Wir orientierten uns an der Beschreibung des Wanderführers und der Himmelsrichtung und folgtem einem Pfad nach unten. Zumindest stellte sich dies nicht als den Normalweg heraus, führte er uns später durch Stacheldraht gesicherte Kuhweiden. Wir kletterten mal drüber oder krochen unten hindurch und beobachten wie Randagio jede Kuh aufscheuchte und anbellte. Dies führte jedes Mal zu Hektik unter den Kühen und gelegentlichen Gegenangriffen und wir befanden uns mitten im Spektakel. Zureden half auf jeden Fall nichts und wir waren froh ohne Konfrontation mit den aufgeschreckten Kühen davon gekommen zu sein.


Nach einer Stunde durch Wiesen- und Waldgebiet sahen wir wieder ein E5 Zeichen und waren wieder auf dem richtigen Weg. Inzwischen war es Mittag und wir rasteten neben einem abgelegen Feld und teilten unseren Proviant mit dem Hund.

Über Stunden zog sich der Weg durch eine hügelige, aber abwechslungsvolle Landschaft. Ab und an kamen wir an einem Bauernhof vorbei, sahen aber keine Menschen. Alles schien wie ausgestorben und verlassen. Abwechslung brachte die Jagd auf Kühe durch einen den  Streuner (Italienisch Randagio), der immer noch sichtlich Spaß verspürte, sich aber immer öfter eine Pause im Schatten könnte. Inzwischen war es später Nachmittag und das anstrengendste Teilstück stand uns noch bevor. Die Wasservorräte waren am Ende, es wurde stickig heiß in einem beinahe suptobisch anmutenden Waldgebiet. Wie auf einem Dschungelpfad schlängelte sich der Weg durch dichtes Wald- und Blattwerk und wir mußten aufpassen den Wegweiser zum Aufstieg nach Erbezzo nicht zu verpassen. Der Aufstieg war ein extrem steiler schmaler Serpentinenweg der laut Wanderführer in 35 Minuten zu bewältigen sei. Wir benötigen über eine Stunde mit etlichen kleinen Ruhepausen um den Puls wieder  nach unten zu bekommen. Am Ende unserer Kräfte erreichten wir den pittoresken Dorfplatz in Erbezzo und setzten uns auf eine Bank direkt am kleinen Supermarkt. Die Anstrengung verlangte gierig nach einer eiskalten Cola und einem Snickers. Unser Begleiter macht inzwischen das halbe Dorf unsicher, stürmt in den Supermarkt, ins Lager, ins Immobilienbüro gegenüber und auch in die Küche des Albergo Berna, indem wir eigentlich übernachten wollten. Das Albergo war angeblich voll mit Filmleuten besetzt und der Besitzer organisierte uns ein Zimmer in einem B&B. Die Besitzerin des Supermarktes wiederum nahm sich dann unseres Strolches an, nachdem wir glaubhaft versichern konnten, dass das Tier nicht zu uns gehörte. Ein Dorfpolizist holte dann den Hund bei unserer endgültigen Unterkunft, dem B &B La Stua ab und wir hoffen das er wieder zu seinen Besitzern zurückgebracht wurde. 


Den Abend ließen wir dann bei einer riesigen Pizza im Restaurante des Albergo Berna und einer Flasche Valpolicella ausklingen. Von den Filmleuten weit und breit keine Spur! 

Morgen werden wir Verona erreichen!

Gehzeit 8:55 / 27,38 Km / Aufstieg 1.474 HM / Abstieg 1.038 HM

Peter Daunke vom extreme E5

E5 Süd Tag 5 von Campogrosso nach Giazza

Besser geht es nicht. Zum Frühstück begrüßt uns strahlender Sonnenschein vor azurblauem Himmel. Erwartungsvoll machen wir uns auf den Weg. Laut Wanderführer werden wir heute nochmals richtig gefordert, quasi die letzte Bergetappe auf dem Weg nach Verona. Und so sollte es dann auch kommen. Den Aufstieg zur schmalen Scharte Boschetta dei Fondi auf 2084m gilt es zu meistern.


Vom Refugio Campogrosso auf 1.456m starten wir, laufen bei Bilderbuchwetter ein kleines Stück die Straße entlang und folgen dann links dem E5 Zeichen in den Wald hinein. Dort steigen wir auf und erreichen nach ca. 1 Stunde die ersten Geröllfelder unterhalb der Cima Carega Gruppe. Inzwischen sind auch kleine Gruppen von Tagesausflüglern mit uns unterwegs. Von nun an steigen wir in Serpentinen steil auf und queren dabei immer wieder Geröllfelder.

Ca. 20 Minuten unterhalb der Scharte steigen wir in ein Geröllfeld ein, erkennen zu spät, das dies nicht der richtige Weg ist. Ich trete bei jeder Bewegung Steine los und kann nicht umkehren ohne andere Wanderer zu gefährden. Meine Frau kommt, 30m unterhalb,  mehr rutschend wie kletternd aus dem Geröllfeld wieder heraus und warnt nachrückende Wanderer. Vorsichtig, um nicht weitere Steine loszutreten ziehe ich mich mit Händen von Fels zu Fels und suche mir eine Kletterpassage Richtung Hauptweg. Hier ein falscher Griff und ein Sturz hätte fatale Folgen gehabt. Es ist noch mal alles gut gegangen und niemand wurde durch losgetretene Steine verletzt. Nachfolgende Wanderer berichteten ebenfalls von fehlenden Markierungen des E5 an diesem Streckenabschnitt. Dann sind wir oben, beruhigen Puls und Nerven und sehen wie steil der Anstieg verlaufen ist. Auf der anderen Seite erwartet uns ein gänzlich anderes Wetter. Nebelschwaden ziehen uns bei starkem Wind entgegen und es wird schnell kalt. Wir müssen eine Jacke überziehen und machen uns an den Abstieg in Richtung Refugio Scarlobi. Den Aufstieg auf den Gipfel der Cima Carega ersparen wir uns. Dieser ist nur für schwindelfreie und trittsichere Wanderer zu empfehlen.

Der Abstieg erfolgt in weitläufigen Serpentinen, nicht sonderlich steil aber immer wieder Geröllfelder querend. Irgendwie laufen alle Wege zum Refugio Scarlobi und gegen 12.30 Uhr kehren wir ein und bestellen eine für diese Region typische Polenta mit Kaninchen.

Wir haben noch genügend Zeit und nehmen die 2,5 Stunden nach Giazza in Angriff. Nachteil, es geht über 1.000 HM nur nach unten. Zuerst auf breitem Fahrweg, dann durch Waldgebiete und später über Serpentinen bis in den kleinen Ort Boschetto 1.151m. Dort treffen wir auf eine wenig befahrene Teerstrasse, auf der wir eine langweilige Stunde lang bis in den beschaulichen Ort Giazza  745m unterwegs sind. Die Temperaturen lagen Nachmittags bei über 30 Grad und die Füße brennen durch das Gehen auf Asphalt. Wir bekommen ein freies Zimmer im Albergo Belvedere, was problemlos funktioniert, denn wir sind die einzigen Gäste heute. Das Hotel hat sicherlich schon bessere Zeiten gesehen, das Zimmer ist jedoch sauber und eine Dusche gibt es auch. Die Dusche ist zudem äußerst erfrischend, da warmes Wasser für diesen Tag nicht vorgesehen war. Wir nehmen einen Aperitivo und entspannen auf der Terrasse. Das Abendessen war dann allerdings mit das Beste unserer ganzen Tour, zubereitet von einem indischen Koch, der sich riesig freute, nur für uns an diesem Abend gekocht zu haben.


Gehzeit 6:39 Stunden / 20,78 km / Aufstieg 625 HM / Abstieg 1.120 HM

Peter Daunke vom extreme E5

E5 Süd Tag 4 Refugio Lancia – Campogrosso

Heute steht die längste Etappe mit den meisten Höhenmetern auf dem Progamm. Wir werden nicht nur bis zum Fugazze-Pass laufen, sondern folgen der Empfehlung des Reiseführers weitere 2.15 Stunden anzuhängen, um in schöner Umgebung im Refugio Campogrosso zu übernachten. Dort hatten wir bereits ein 2er Zimmer im Vorfeld der Tour gebucht.

Mit einem für italienische Verhältnisse üppigen Frühstück verlassen wir das Refugio Lancia gegen 8 Uhr morgens. Bei strahlendem Sonnenschein steigen wir weiter auf und stoßen bald auf die ersten Zeugnisse der furchtbaren Ereignisse im Pasubio. Immer wieder sehen wir Wohnstollen der Soldaten, Tunnel und Schützengräben zereißen das Gebirge. Der E5 führt mitten durch das Kampfgebiet aus dem 1. Weltkrieg und die Überreste an Stacheldraht, Denktafeln und noch sichtbare Krater lenken uns eine Zeitlang von der herrlichen Gebirgswelt um uns herum ab.

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Auf sehr schmalen und steilen Wegen durch die Felsen nähern wir uns dem höchsten Punkt für heute auf rund 2220m und rasten dort. Seit ca. 1 Stunde folgen wir einem Mountainbiker der sein Rad die steilen felsigen Wege hier hierauf getragen hat, Respekt. Später wissen wir wo seine Tour weitergehen soll.

Der Wind bläst nun sehr stark und die Sonne brennt inzwischen erbarmungslos vom Himmel. Selbst in dieser Höhe erreicht Sie schnell über 20%. Langsam geht es nun nach unten und später in Serpentinen und auf Schotterwegen dem Refugio Papa auf 1925m entgegen. Es ist Wochenende und alles wimmelt von Tagestouristen, die die lange Strasse der Helden hinauf gewandert oder mit dem Mountainbike hinaufgefahren sind. Wir ergattern noch einen Platz, von Schatten oder Schirmen allerdings keine Spur und die Sonne brennt steht inzwischen senkrecht. Das Mittagessen fällt entsprechend kurz aus und besteht aus einem Sandwich und einer allerdings eiskalten Cola. Hier sind also die Mountainbiker unterwegs und wir wissen nun wo unser Fahrradträger hin wollte.

Von nun an geht es auf der Straße der Helden, einem ehemaligem langen und breiten Versorgungsweg für den Nachschub an die Frontlinien, über Stunden bergab. 800 langweilige Höhenmeter in der knallen Sonne laufen wir den Fahrweg hinab bis zum Fugazze-Pass. Hier gibt es ein kleines Bistro mit eiskalten Getränken für eine erfrischende Pause.

Inzwischen ist es früher Nachmittag und wir folgen den Beschilderungen Richtung Campogrosso. Der Weg verläuft unspektakulär über Wiesen und schattenspendende Waldgebiete. Inzwischen sind wir durch die Hitze und Sonneneinstrahlung ausgelaugt und so setzen uns die letzten An- und Abstiege bis zum Pass doch noch zu. Gegen 17.30 Uhr erreichen wir den Pass und nehmen erst einmal auf der schönen Aussenterrasse Platz. Wir schauen noch dem Treiben der letzten Tagesausflügler und Radfahrer zu und beziehen dann unser Zimmer. Auch hier ist das Essen hervorragend und auch die Weinauswahl lässt diesmal keine Wünsche offen.

 

Gehzeit 8:50 Std. / 25,23 Km / Aufstieg 1.009 HM / Abstieg 1.326 HM

Peter Daunke vom extreme E5

E5 Süd Tag 3 vom Coe-Pass zum Refugio Lancia

Eine lange und einsame Etappe steht bevor. Hätten wir diese Etappe an die vorherige angehängt, wie ursprünglich geplant, hätten wir im Wald übernachten müssen.

Vom Coe-Pass 1.610m geht es diesmal mit Frühstück leicht bergan, durch Waldgebiet, bis wir auf eine Fahrstraße stoßen. Dieser folgen wir lange bergauf mit schönen Rundblicken bis hinauf zum Monte Maggio auf 1.853m. Wir gehen zum Gipfelkreuz und blicken zum Coe-Pass zurück und machen ein Photo.


Danach queren wir die Ostflanke des Berges mit steil abfallender Flanke und steigen steil durch den Wald nach unten in Richtung Passo della Borcoloa auf 1.249m ab. Stetig geht es steil in Serpentinen durch schattigen Wald bergab, bis wir bei 1.485m auf einen alten zerfallenen und rostigen Lastwagen treffen. Was dieser hier suchte oder wie er es dorthin geschafft hat erschließt sich mir bis heute nicht.

Nach ca. 3 Std., wir sind inzwischen immer langsamer wie vom Wanderführer getaktet, erreichen wir den Passo della Borcola und gehen 100m abwärts zur Azienda Agricola Carotta Stefano zum Nudelessen. Die Stärkung benötigen wir auch für das Restprogramm.


Am frühen Nachmittag verlassen wir die Azienda und dürfen direkt 650HM in Serpentinen aufsteigen. Gefühlte 3 Std. später erreichen wir auf 1.845m die verfallene Malga Costa. Immer wieder kommen wir an verfallene Kriegsstellungen und Unterständen vorbei. Die Wege ziehen sich und auf grobem Schotter nähern wir uns dem Refugio Lancia.


Wir erreichen das Refugio Lancia gegen 17.00 Uhr und unterhalten uns mit dem einzigen E5 Wanderer, den wir auf unserer Tour getroffen haben. Ihn zieht es aber später noch weiter bis zum Refugio Papa, an dem wir morgen vorbeikommen werden.


Unsere Vorresevierung war nicht nötig, es werden lediglich sechs Übernachtungsgäste am Abend versammelt sein. Wir bekommen ein 2er Zimmer mit Stockbetten und jeder eine Münze für 3 Minuten warmes Wasser in der Dusche.

Um Punkt 19 Uhr gibt der Hüttenwirt das Abenessen aus, bestehend aus einem leckeren 3 – Gänge Menü und Nachtisch, das man in einer abgelegenen Alpenvereinshütte so nicht erwartet hätte. Super! Großes Kompliment! Um 22 Uhr gehen naturgemäß die Lichter aus und wir freuen uns auf die morgige Etappe durch die Gebirgslandslandschaft des Pasubio und seiner historische Geschichte.
Tag 3: Gehzeit 8:14 / 21,63km / Aufstieg 1.252HM / Abstieg 1.051HM
Peter Daunke vom extreme E5

E5 Süd Tag 2 von Luserna zum Coe-Pass

Für heute war eigentlich die längste und schwerste Etappe geplant. Die Gehzeit zum Coe-Pass, dem ersten Etappenziel ist laut Wanderführer mit rund 4 Std. Gehzeit angegeben. Da kann man doch locker die nächste Tagesetappe bis zum Refugio Lancia noch anhängen. Wie sich später herausstellte war die Entscheidung eine kurze Etappe einzubauen und am Coe-Pass zu übernachten goldrichtig. Denn für die Etappe zum Refugio Lancia benötigten wir an Tag 3 über acht anstrengende Stunden auf einsamen und abgelegenen Wegen ohne Einkehr- oder alternative Übernachtungsmöglichkeiten.

Bereits Um 6.00 mußten wir an der Bushaltestelle im Ortskern sein. Der Bus nach Carbonare und Ausgangspunkt für die heutige Etappe fährt nur zweimal am Tag, eben um 6.00 Uhr und 12.30 Uhr. Bedeutet aber auch kein Frühstück und sehr früh aufstehen.

Nach einer Stunde Busfahrt erreichen wir Carbonare und laufen durch dichten Wald den Ruinen des Forte Cherle entgegen. Das Fort gehört zu einem von 7 Festungen, die als Verteidungslinie im 1. Weltkrieg errichtet wurden. Der E5 verläuft bewußt an den Örtlichkeiten der Kriegsereignisse entlang und folgt auch eine Zeit lang dem Friedenweg. Ich komme später wieder darauf  zurück.

Nach knapp 2 Stunden erreichen wir Forte Cherle und nehmen uns Zeit die Anlagen zu besichtigen. Inzwischen haben wir Sonnenschein und sommerliche Temperaturen, somit bestes Wanderwetter.


Weiter geht es über Waldwege und wir durchqueren viele Wiesenabschnitte bis wir nach 4 Std. den Coe-Pass erreichen. Wir beschließen im Ristorante La Stua zu übernachten (einzige Möglichkeit) und holen dort am frühen Nachmittag unser Frühstück nach. Neben ein paar Motorradfahrern die hier einen Stop einlegen herrscht absolute Ruhe und wir genießen den Nachmittag auf der Terrasse. Am Abend sind wir die einzigen Übernachtungsgäste und lassen den Abend mit einer typischen italienischen  Polenta und einem roten vino da tavola ausklingen.


Tag 2: Gehzeit 4:07 / 13,33 km / Aufstieg 750 HM / Abstieg 257 HM

Peter Daunke vom extreme E5

 

E5 Süd Tag 1 von Levico nach Luserna

Um 13.55 trifft pünktlich der Bus mit uns in Levico ein. Seit 5.30 Uhr sind wir bereits unterwegs vom Frankfurter Flughafen aus nach Verona. Von dort mit dem Busshuttle zum Bahnhof und nach 2 stündigem Aufenthalt von dort weiter mit dem Zug nach Trento und von dort mit dem Bus nach Levico. 

Unsere Vorfreude zum Start unserer Tour wird etwas getrübt bei der Ankunft, ziehen doch Wolken auf und nach den ersten Metern fängt es an zu regnen und wir müssen im feuchtwarmem Klima gleich die Regenjacken überziehen. Die ersten Kilometer ziehen sich auf der Straße entlang bis ins kleine Dorf Santa Giuliana auf 499 m. Inzwischen sind wir innen und außen durchnäßt und steigen über einen Schotterweg, später auf glitschigen Waldwegen 3,5 Stunden lang stetig und steil durch den Wald und auf Wiesenpfaden bis auf 1440 m auf. Wir müssen immer öfter kleinere Pausen einlegen, die Müdigkeit und der steile Aufstieg fordern langsam Ihren Tribut. Gegen 19 Uhr erreichen wir endlich die Hochebene, eine herrliche Landschaft erschließt sich uns, der Regen hat aufgehört und wir streben unserem Tagesziel dem Lusernarhof entgegen. 


Luserna ist eine deutsche Sprachinsel in der noch heute eine Art bairisch geprägtes Mittelhochdeutsch gesprochen wird. Homepage Luserna

Um 19.45 Uhr schauen wir über das beschauliche Luserna und laufen zum Ortskern. Kurz danach erreichen wir den Lusernahof und können die Küche überreden uns nach einer schnellen Dusche noch eine  Kleinigkeit zuzubereiten. Zum Essen schmeckt natürlich das einheimische CIMBRA Bier ganz hervorragend.

Erschöpft lassen wir uns in die Betten fallen, haben wir doch für den nächsten Tag die längste und schwerste Etappe geplant. Aber auf solch einer Tour kommt es immer anders als geplant.

Tag 1: 5:55 Gehzeit / 19,73 km / 1180 Aufstieg / 390 Abstieg
Peter Daunke vom extreme E 5

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