Heute steht die längste Etappe mit den meisten Höhenmetern auf dem Progamm. Wir werden nicht nur bis zum Fugazze-Pass laufen, sondern folgen der Empfehlung des Reiseführers weitere 2.15 Stunden anzuhängen, um in schöner Umgebung im Refugio Campogrosso zu übernachten. Dort hatten wir bereits ein 2er Zimmer im Vorfeld der Tour gebucht.
Mit einem für italienische Verhältnisse üppigen Frühstück verlassen wir das Refugio Lancia gegen 8 Uhr morgens. Bei strahlendem Sonnenschein steigen wir weiter auf und stoßen bald auf die ersten Zeugnisse der furchtbaren Ereignisse im Pasubio. Immer wieder sehen wir Wohnstollen der Soldaten, Tunnel und Schützengräben zereißen das Gebirge. Der E5 führt mitten durch das Kampfgebiet aus dem 1. Weltkrieg und die Überreste an Stacheldraht, Denktafeln und noch sichtbare Krater lenken uns eine Zeitlang von der herrlichen Gebirgswelt um uns herum ab.

Auf sehr schmalen und steilen Wegen durch die Felsen nähern wir uns dem höchsten Punkt für heute auf rund 2220m und rasten dort. Seit ca. 1 Stunde folgen wir einem Mountainbiker der sein Rad die steilen felsigen Wege hier hierauf getragen hat, Respekt. Später wissen wir wo seine Tour weitergehen soll.
Der Wind bläst nun sehr stark und die Sonne brennt inzwischen erbarmungslos vom Himmel. Selbst in dieser Höhe erreicht Sie schnell über 20%. Langsam geht es nun nach unten und später in Serpentinen und auf Schotterwegen dem Refugio Papa auf 1925m entgegen. Es ist Wochenende und alles wimmelt von Tagestouristen, die die lange Strasse der Helden hinauf gewandert oder mit dem Mountainbike hinaufgefahren sind. Wir ergattern noch einen Platz, von Schatten oder Schirmen allerdings keine Spur und die Sonne brennt steht inzwischen senkrecht. Das Mittagessen fällt entsprechend kurz aus und besteht aus einem Sandwich und einer allerdings eiskalten Cola. Hier sind also die Mountainbiker unterwegs und wir wissen nun wo unser Fahrradträger hin wollte.
Von nun an geht es auf der Straße der Helden, einem ehemaligem langen und breiten Versorgungsweg für den Nachschub an die Frontlinien, über Stunden bergab. 800 langweilige Höhenmeter in der knallen Sonne laufen wir den Fahrweg hinab bis zum Fugazze-Pass. Hier gibt es ein kleines Bistro mit eiskalten Getränken für eine erfrischende Pause.
Inzwischen ist es früher Nachmittag und wir folgen den Beschilderungen Richtung Campogrosso. Der Weg verläuft unspektakulär über Wiesen und schattenspendende Waldgebiete. Inzwischen sind wir durch die Hitze und Sonneneinstrahlung ausgelaugt und so setzen uns die letzten An- und Abstiege bis zum Pass doch noch zu. Gegen 17.30 Uhr erreichen wir den Pass und nehmen erst einmal auf der schönen Aussenterrasse Platz. Wir schauen noch dem Treiben der letzten Tagesausflügler und Radfahrer zu und beziehen dann unser Zimmer. Auch hier ist das Essen hervorragend und auch die Weinauswahl lässt diesmal keine Wünsche offen.
Gehzeit 8:50 Std. / 25,23 Km / Aufstieg 1.009 HM / Abstieg 1.326 HM
Peter Daunke vom extreme E5
