Für heute war eigentlich die längste und schwerste Etappe geplant. Die Gehzeit zum Coe-Pass, dem ersten Etappenziel ist laut Wanderführer mit rund 4 Std. Gehzeit angegeben. Da kann man doch locker die nächste Tagesetappe bis zum Refugio Lancia noch anhängen. Wie sich später herausstellte war die Entscheidung eine kurze Etappe einzubauen und am Coe-Pass zu übernachten goldrichtig. Denn für die Etappe zum Refugio Lancia benötigten wir an Tag 3 über acht anstrengende Stunden auf einsamen und abgelegenen Wegen ohne Einkehr- oder alternative Übernachtungsmöglichkeiten.
Bereits Um 6.00 mußten wir an der Bushaltestelle im Ortskern sein. Der Bus nach Carbonare und Ausgangspunkt für die heutige Etappe fährt nur zweimal am Tag, eben um 6.00 Uhr und 12.30 Uhr. Bedeutet aber auch kein Frühstück und sehr früh aufstehen.
Nach einer Stunde Busfahrt erreichen wir Carbonare und laufen durch dichten Wald den Ruinen des Forte Cherle entgegen. Das Fort gehört zu einem von 7 Festungen, die als Verteidungslinie im 1. Weltkrieg errichtet wurden. Der E5 verläuft bewußt an den Örtlichkeiten der Kriegsereignisse entlang und folgt auch eine Zeit lang dem Friedenweg. Ich komme später wieder darauf zurück.
Nach knapp 2 Stunden erreichen wir Forte Cherle und nehmen uns Zeit die Anlagen zu besichtigen. Inzwischen haben wir Sonnenschein und sommerliche Temperaturen, somit bestes Wanderwetter.


Weiter geht es über Waldwege und wir durchqueren viele Wiesenabschnitte bis wir nach 4 Std. den Coe-Pass erreichen. Wir beschließen im Ristorante La Stua zu übernachten (einzige Möglichkeit) und holen dort am frühen Nachmittag unser Frühstück nach. Neben ein paar Motorradfahrern die hier einen Stop einlegen herrscht absolute Ruhe und wir genießen den Nachmittag auf der Terrasse. Am Abend sind wir die einzigen Übernachtungsgäste und lassen den Abend mit einer typischen italienischen Polenta und einem roten vino da tavola ausklingen.


Tag 2: Gehzeit 4:07 / 13,33 km / Aufstieg 750 HM / Abstieg 257 HM
Peter Daunke vom extreme E5
