C19 C14 B2
Obige Buchstaben/Zahlenkombination beschreibt unsere heutige Tagesetappe. Ausgehend von der Namib Dessert Lodge geht es auf der C19 über Solitaire und über den Kuisep Pass weiter über die C14 nach Walvis Bay und von dort zum Tagesziel über die B2 nach Swakopmund.
Vollgepackt mit den faszinierenden Eindrücken der ersten Tage fuhren wir nach Solitaire, einem kleinen Örtchen, das hauptsächlich aus einer urigen und skurrilen Tankstelle und einer berühmten Bäckerei besteht. Wer auf dem Weg aus dem Süden zum atlantischen Ozean ist, kommt quasi zwangsläufig hier vorbei. Unser linker Hinterreifen hat inzwischen Luft verloren und nach dem Tanken lassen wir den Reifen überprüfen und Luft nachfüllen. Jede Tankstelle in Namibia verfügt über einen Reparaturservice oder organisiert zumindest Hilfe. Erst einmal wird unser Reifen zig mal eingeseift um Schäden zu lokalisieren. Wir verlieren zwar langsam Reifendruck, ein Schaden kann allerdings nicht festgestellt werden. Wir entscheiden weiterzufahren, wir haben ja noch ein Ersatzrad an Bord. Bei nächster Gelegenheit lassen wir den Reifen wieder überprüfen.
Wir näherten uns langsam den Naukluftbergen, durch die ein SUV Trail mit sehr hohem Schwierigkeitsgrad führen soll. Wir blieben lieber auf der Hauptroute und durchquerten das Gebiet, bis wir kurz nach dem Kuisep Pass an einer gekennzeichneten Aussichtsstelle einen kurzen Halt einlegten. Wir trafen dort auf eine der Reisegruppen, die wir schon in Solitaire gesehen hatten.Wir sollten die verschiedenen Gruppen noch mehrfach treffen, sogar noch am gleichen Abend beim Abendessen.
Sehr steil ging es der Ebene entgegen und die Landschaft wurde von Minute zu Minute immer eintöniger. Nach ca. zwei Stunden erreichten wir eine kleinen Erhebung, genannt Vogelfederberg. Links und Rechts das gleiche eintönige Bild. Wüste und Sand vermischten sich in Grau in Grau bei einem allerdings strahlend blauen Himmel. Tiere sah man in dieser lebensfeindlichen Umgebung nicht mehr. Das Fahren wurde zunehmend ermüdend und wir wechselten uns öfter ab um nicht einzuschlafen.
Danach wurde es zunehmend diesiger und erste Dünen Landschaften und Hinweise auf Gebiete zur Salzförderung kündeten den nahen Küsten- und Ferienort Walvis Bay an. Wir hatten für den nächsten Tag im Hafen eine Katamaran Tour vorgebucht und steuerten deshalb die Hafengegend an und holten die Karten am Schalter des Veranstalters ab. Das Hafengebiet von Walvis Bay ist auch ein beliebter Treffpunkt mit kleinen Fischrestaurants, Bars und heimischer Handwerkskunst.
Am nächsten Morgen um 8 Uhr sollten wir wieder für unsere Katamaran Tour hier eintreffen. Wir nahmen die Küstenstrasse B2 in Richtung Swakopmund. Diese führt kurz nach Walvis Bay kilometerlang an einem Neubaugebiet mit kleinen Einfamilienhäuschen vorbei, die ein altes Township ersetzen soll. Linker Hand immer den Atlantik im Blick und rechts die Dünenlandschaft erreichten wir nach einer halben Stunde Fahrt Swakopmund. Unser Unterkunft für die nächsten zwei Tage ist das Namib Guest House, ein kleines zentral gelegenes Garni Hotel das wir gerne weiterempfehlen können. Die Inhaberin Stefanie gehört der 3.deutschen Generation aus der Kolonialzeit an und spricht natürlich fließend Deutsch . 1892 kam Ihr Urgroßvater nach Namibia. Ein Tourguide in der Namib Dessert Lodge gab uns bereits den Tip Restaurants unbedingt Tage im voraus zu buchen. Wir sind in Swakopmund schliesslich in einer der Touristenhochburgen Namibias. Alles trifft sich hier am Abend in den Restaurants und die Kapazitäten gerade in den hochwertigen Restaurants ist sehr begrenzt. Stefanie hing sich sofort ans Telefon. Im berühmtesten Restaurant, dem Jetty 1905 erhielten wir an beiden Tagen keine Plätze mehr. Für den heutigen Abend konnten wir einen Tisch im THE WRECK ergattern und für den Folgetag buchten wir das legendäre Swakopmund Brauhaus. Die Essenkarte im Brauhaus ergänzt die traditionelle bayrische Küche allerdings um afrikanische- und Fischgerichte. Das „Wreck“ liegt 20 Taximinuten außerhalb des Zentrums und liegt im 2.Stock des Beach Clubs. Wer den schönen Blick auf den Ozean genießen möchte, muss einen Tisch an der Glasfront buchen. Wir trafen dort natürlich wieder eine der großen Reisegruppen aus der vorausgegangenen Lodge.
Wir liessen den Tag im „Wreck“ausklingen und freuten uns schon auf den nächsten Tag auf dem Atlantik.

Ein Kommentar zu “Namibia Dessert Tour Tag 5”