Heute waren wir früh unterwegs und fuhren die geteerte Landstraße C19 rund 120 km weit bis in die kleine Kreisstadt Maltahöhe. Außer ein paar Läden und einer Tankstelle konnten wir keine größeren Sehenswürdigkeiten entdecken. Unser Tank war gut gefüllt und wir entschlossen uns weiterzufahren, schliesslich hatten wir die Hoffnung die berühmten Dünen von Sossusvlei am heutigen Tag zu besichtigen.
Hinter dem Ort folgten wir links dem verrottendem Wegweiser Richtung Duwisib Castle weiter auf holprigen Schotter- und Sandpisten. Duwisib Castle ist eine Festung mitten im Nirgendwo mit einer unglaublichen Geschichte deutschen Ursprungs. 1909 von einem preußischen Artillerieoffizier Namens Baron Hansheinrich von Wolf uns seiner amerikanischen Frau Jayta erbaut, ist es heute in Staatsbesitz. 300 Ochsenkarren zogen das Baumaterial 2 Jahre lang in die Wüste. Das Castle beherbergt ein Museum und ein kleines Hotel mit liebevoll restaurierten Zimmern in den ehemaligen Ställen und angeschlossenem Restaurant. Gegen kleines Entgelt nahmen wir eine Besichtigung vor und in den Mauern und Räumen war es zudem angenehm kühl. Im Internet findet Ihr ausführliches Infomaterial zum Duwisib Castle.
Die Schotterpisten forderten nach und nach Ihren Tribut im Hinblick auf Konzentration und wir kamen nur langsam voran. Wir wechselten uns beim Fahren ab entfernten uns immer weiter von unserem ursprünglichen Zeitplan. Langsam wechselte das Landschaftsbild von Steppe in karge Steinwüste und erste Berglandschaften erscheinen am Horizont. Am frühen Nachmittag waren dann im Westen in weiter Ferne die ersten Dünenlandschaften erkennbar.
Gegen 14 Uhr erreichten wir Sesriem, quasi das Tor und Einfahrt nach Sossusvlei. Da die Fahrt zu den Dünen mindestens 45 Minuten in Anspruch nimmt, blieb uns zu wenig Zeit für eine Besichtigung. Außerdem hatten wir zu diesem Zeitpunkt ca. 45 Grad Außentemperatur. Ein Besuch am nächsten Morgen erschien uns ratsamer. In Sesriem tankten wir auf und setzen unsere Reise zu unserem Tagesziel der Namib Dessert Lodge fort. Jetzt wurde die Landschaft mit jedem Kilomater spektakulärer. Gebirgszüge auf der einen, Dünenlandschaft auf der anderen Seite und mitten durch schlängelt sich die staubige Schotterpiste. Mehr und mehr wandelt sich schließlich das Bild in die berühmte Landschaft der Namib Naukluft Wüstenregion, inzwischen Unesco Weltkulturerbe.
Die Namib Dessert Lodge liegt direkt unterhalb einer großen Düne mitten in der Wüstenlandschaft und bietet jeglichen Komfort. Da Sie zu den größeren Lodges gehört, finden sich auch die organisierten Bus- und Gruppenreisen ein. Allein drei deutsche Gruppen haben wir in dieser Lodge kennengelernt. Trotz der hohen Anzahl der Besucher in der Lodge, diese war ausgebucht, hatte das Personal alles gut im Griff und auch am Abend am Buffet gab es keine Wartezeiten oder Einbußen an der Qualität der Speisen. Wir wunderten uns eher über Abendkleider und Pumbs in der Wüste und Safari Outfits, die gerade den African Safari Shops in Windhoek entsprungen sein mussten. Den drei deutschen Reisegruppen begegneten wir im Verlaufe unserer Rundreise noch mehrmals an den beliebten Hotspots in Namibia.
Nach dem Sundowner und Abendessen in entspannter Athmosphäre fieberten wir schon dem nächsten Tag entgegen. Die Dünen von Sossusvlei standen schliesslich auf dem Programm.
